
Prof. Mag. Klaus Lukasser, Ainet in Osttirol, hat sich in jahrelangen Recherchen des Bildhauers und Fahrenden Sängers angenommen, die Archive im In- und Ausland durchstöbert und ist dabei auf
zahllose interessante Informationen über Leben und Werk Jakob Glibers gestoßen.
Die Immaculata von Gliber aus Birnbaumholz, mit der er sich um ein Stipendium für eine Italienreise bewarb.
Im Besitz der Pfarre Ainet.
Der Wiener Künstler Ernst Juch war eng mit Gliber befreundet.
1869-70, während der Itlalienreise Jakob Glibers
Viele Jahre seines Lebens verbrachte der Künstler im Stift Admont, wo er im Auftrag des Stiftes den KREUZALTAR, den KREUZWEG, sowie eine Reihe weiterer Skulpturen schuf.
Das Portrait-Relief von Ernst Juch, das Gliber bei der Arbeit an einer Madonna zeigt. Es war ursprünglich in Leisach am alten Schwingerhaus, das Gliber nach seiner Rückkehr nach Osttirol 22 Jahre lang (1892 bis 1914) bewohnte. Eine Replik davon kommt auf den Kirchplatz.
DIE ENGEL in der Pfarrkirche Buchkirchen in Oberösterreich
Auch in der Wiener Votivkirche kann man Glibers Arbeit finden.
Nähere Informationen demnächst!
Er muss ein besonderer Mann gewesen sein, der bärtige Bildhauer und Musiker aus Ainet. Jakob Gliber war ein Ausnahmekönner, ein Kreativer mit vielen Talenten, die er auch entfaltete – und das in kargen Zeiten. Gliber wurde am 15. September 1825 als neuntes von 15 Kindern des Johann Gliber und seiner Frau Helena, geb. Jester, geboren.
Nach arbeits- und entbehrungsreichen Kinder- und Jugendjahren und zehn Jahren als sogenannter „Notlehrer“ in Alkus studierte Jakob in München. Den ersten Weg in die Bayernmetropole ging er zu Fuß, sechs Tage lang!
Das Talent des jungen Künstlers fiel einem anderen, damals schon etablierten Osttiroler Künstler auf, dem in Prägraten geborenen Bildhauer Josef Gasser. Er holte Gliber nach Wien, wo er am figuralen Schmuck von Votivkirche, Naturhistorischem Museum und der Staatsoper mitarbeitete und sich so einen Namen machte. In zwei Arbeitsperioden in Admont schuf Jakob Gliber für die dortige Stiftskirche unter anderem die Statue des Hl. Blasius, die Passionsgruppe für den Kreuzaltar und die Kreuzwegstationen. Die Gipsmodelle dieser Skulpturen kann man in der Aineter Pfarrkirche bewundern.
Jakob Gliber war als Bildhauer und als Sänger
erfolgreich. Es gab sogar Autogrammkarten des Musikers.
Gliber war aber nicht nur ein anerkannter Bildhauer, sondern auch ein profunder Musiker und Sänger. In Wien sang er beim Schubertbund und im Wiener Sängerbund. 1892 kehrte er nach Osttirol zurück und wurde ein eifriges und umjubeltes Mitglied des Lienzer Sängerbundes. Gliber lebte und arbeitete 21 Jahre lang in Leisach, bevor er 1914 – als fast Neunzigjähriger – wieder in sein Elternhaus übersiedelte, zum „Kircher“ nach Ainet, wo er seine letzten drei Lebensjahre verbrachte. Dort erhielt er am 4. Mai 1914 für seine Verdienste auch die Ehrenmitgliedschaft des Sängerbundes.
Ein Foto davon findet sich in Meinrad
Pizzininis „Buch der Stadt Lienz“. „Im kleinen rückwärtigen Saale beim Schneeberger (Anm.: heute Gasthof „Sattler“) fand sich kurz darauf die ganze Gesellschaft mit ihrem jüngsten
Ehrenmitgliede zusammen, um noch einige Stunden vergnügt durch Sang und Becherklang im fröhlichen Vereine zu verbringen“, berichtete die Lienzer Zeitung am 5. Mai 1914
darüber. Im heutigen Gasthof „Sattler“ wurde 1914 die
Ehrenmitgliedschaft Jakob Glibers beim Lienzer Sängerbund gefeiert. Foto: Chronik Ainet
Nach den beiden verheerenden Bränden in Ainet, 1899 und 1903, sammelte Jakob Gliber auf seinen zahlreichen Sängerfahrten unermüdlich für den Wiederaufbau des Dorfes und die „Wiederbelebung des Volks- und Chorgesanges“, wie es in den zeitgenössischen Zeitungen hieß. Der Künstler starb am 1. Februar 1917 in seinem Elternhaus in Ainet.
