© Unterluggauer
Ausstellung von Michael Unterluggauer in der Schlossgalerie Steyr
Am 7. April 2026, um 19 Uhr, eröffnet der Steyrer Vizebürgermeister Michael Schodermayr die Ausstellung „8 SAMKEIT“ des österreichischen Künstlers Michael Unterluggauer. Der Maler wurde 1953 in Lienz geboren. 2015 übersiedelte er von Osttirol nach Oberösterreich, wo er heute in der Nähe von Linz lebt und arbeitet.
Seit mehr als fünf Jahrzehnten beschäftigt sich der ehemalige Lehrer und Kunsterzieher mit vielfältigen künstlerischen Techniken. Sein zentrales Thema ist das menschliche Miteinander. In der Schlossgalerie werden abstrakte und gegenständliche Beziehungsbilder präsentiert. Im Zentrum stehen Darstellungen von Menschen und Formen in Beziehungen zueinander. Die Bilder bewegen sich zwischen Figur und Auflösung, zwischen Körper und Farbform. Die Malerei Unterluggauers sucht nicht das Erzählerische, sondern macht sichtbar, was dem Maler zeitlos wertvoll erscheint. „Als Künstler verbinde ich Malerei mit emotionaler Intelligenz, um Werke zu schaffen, die berühren“, sagt Michael Unterluggauer über seine Arbeit. Anlässlich der Ausstellung in Steyr fertigte der Künstler eigens Bilder mit Steyrer Motiven an.
Die Ausstellung in der Schlossgalerie ist von 8. bis 26. April 2026 dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 13 und von 13.30 bis 17 Uhr, mittwochs von 10 bis 13 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Der Künstler ist jeweils von Freitagnachmittag bis Sonntag anwesend. Der Eintritt ist frei.
Nähere Infos: www.unterlu1.info
REDE ZUR AUSSTELLUNG IN STEYR, SCHLOSS LAMBERG, 2026
Michael Unterluggauer
1 Stellen wir uns einmal Folgendes vor: Man sitzt gemütlich am
Frühstückstisch, steht auf – und zack – der kleine Zeh stößt schmerzhaft am Tischbein an. Das war patschert.
Das war unachtsam.
Achtsam wäre gewesen: besser aufpassen vorsichtig aufstehen, einfach achtsamer sein mit sich und seinem Körper.
Und um dieses Thema geht es heute auch., liebe Damen und Herren, die ihr heute beschlossen habt sich freiwillig in einen Raum voller Bilder zu begeben, um die
ACHTSAMKEIT.
2 Ein großes Wort. Ein schönes Wort.
Ein Wort, das man gerne in Yoga-Studios hört, während man versucht, nicht umzufallen.
Ein Wort, das klingt, als würde es barfuß durch den Wald gehen, tief atmen und danach Kräutertee trinken.
Was ist Achtsamkeit? Darf ich Ihnen mitteilen, wie ich sie empfinde?
Ich sag’s lieber praktisch, so, wie ich es mir denke:
Für mich bedeutet Achtsamkeit: Auf mich und andere aufzupassen.
Die Welt ein bisschen genauer wahrzunehmen, die Natur, den Wald genießen, sich berühren zu lassen –von einem lieben Menschen, von einem Gedanken, von einer besonderen
Situation, von einem Musikstück, von meinem Hund. Oder von einem Kunstwerk.
Achtsamkeit verändert die Welt. Achtsamkeit verändert die Welt nicht laut.
Sie macht keine Schlagzeilen. Aber sie macht die Welt ein bisschen friedlicher, wärmer, menschlicher und damit lebenswerter.
Und das ist ja schon mehr, als viele Filme, Zeitungsberichte oder Talkshows zusammenbringen.
3 Über die Bilder
Liebe Besucher, ich möchte Sie davor bewahren, dass ich Ihnen die Bilder erkläre.
Das wäre ungefähr so, als würde man jemandem erklären, wie man ein IKEA-Regal ohne Fluchen zusammenbaut – es ist theoretisch möglich, aber praktisch… schwierig.
Jedes Bild trägt etwas Persönliches in sich.
Aber statt zu erklären, möchte ich Sie einladen: Schauen Sie. Spüren Sie.
Wenn wir uns hier im Raum umsehen, könnte man meinen, wir sehen alle dasselbe.
Tun wir aber nicht.
Wir tragen alle unsere eigene Geschichte mit uns herum – unsere Erfahrungen, Hoffnungen, Missgeschicke, Erfolge, Familiengeschichten…
Vielleicht sehen wir die Welt ja gar nicht so, wie sie ist, sondern so, wie wir sind.
Und vielleicht gilt das auch für diese Bilder, dass wir sie nicht sehen, wie sie sind, sondern wie wir sind …
Wenn Sie bei einem Bild ein gutes Gefühl haben – dann ist Achtsamkeit da.
Und dann hat das Bild etwas geschafft, was Worte manchmal nicht zusammen bringen. Und wenn die aufgewendete Energie positiv geladen war, dann strahlt sie dies im Werk aus und macht die
Welt ein kleines bisschen besser.
Meine Meinung ist, dass sich die aufgewendete Energie im Malprozess in der Leinwand speichert und diese dann später auch – spürbar -
ausstrahlt.
Spätestens seit Dr. Anton Zeilinger ist durch seine Arbeit mit der Quantenverschränkung auch wissenschaftlich bewiesen, dass es die Feinstofflichkeit gibt, dass das Denken Materie
beeinflusst, wenn nicht gar produziert.
Ebenso zeigt uns der Japaner EMOTO, wie sich Wasserteilchen je nach Denkweise verändern, unglaublich.
Und schon Buddha war der Meinung, dass unser jetziger Zustand das Ergebnis unserer Gedanken ist – auf gut mühlviertlerisch würde das heißen: „Was denkst, kummt.“
4. Persönlicher Text: Gerne möchte ich Ihnen mitteilen, was so in meinem Kopf herumspukt.
„Das Leben ist für mich nichts anderes als eine ununterbrochene Kettenreaktion
von seelischen, körperlichen und geistigen Begegnungen. Begegnungen im Sekundentakt — mit Menschen, mit unterschiedlichen Situationen, mit Herausforderungen, mit Angst- und
Glückszuständen.
Diese Abfolge beginnt mit dem ersten Blick auf die Welt (in Wirklichkeit schon viel früher …) und endet mit einem letzten Erlebnis, der Trennung von unserem Körper, das bis heute noch nicht wissenschaftlich erklärbar ist.
Ich bin überzeugt:
Unser augenblickliches Befinden ist die Summe all dieser Begegnungen —
ihrer Qualität, ihrer Intensität und der Erkenntnisse, die wir aus ihnen ziehen.
Jede Berührung, jedes Aufeinandertreffen, ob sichtbar oder
unscheinbar,
schreibt sich in unser inneres Lebenstagebuch ein.
Das Unbewusste entscheidet, welche Spuren bleiben. Und es liegt an uns, diese Spuren so aufzuarbeiten, dass sie unsere Gegenwart und unsere Zukunft bereichern.
Als Maler versuche ich seit jeher, genau diese Prozesse sichtbar zu machen.
Meine Bilder sind der Versuch, Begegnungen zu verarbeiten —
die heilsamen ebenso wie die schmerzhaften.
Denn die Art und Weise, wie wir die Erfahrungen in uns aufnehmen, entscheidet über unsere innere Haltung zum Leben.
Jedenfalls gilt das einmal ganz sicher für mich.“
5. BLICK AUF DAS WELTGESCHEHEN
„Das Weltgeschehen zeigt uns derzeit (aber auch in der Vergangenheit) auf dramatische Weise, was geschieht, wenn eine achtsame, lebensbejahende Aufarbeitung von
Grenzüberschreitungen ausbleibt.
Wir erleben, wie die Sprache verroht. Sprache ist das, wie wir denken und fühlen. Und man muss achtsam damit umgehen, denn wenn etwas gesagt ist, lässt es sich nicht mehr leicht zurückholen. Schiller: „Kaum war ihm das Wort entfahren, wollt` er`s gern im Mund bewahren.“
Wir erleben auch, wie Denken sich verhärtet, wie man belächelt wird, wenn man Positives in den Mittelpunkt stellt, ganz einfach, wenn Achtsamkeit nicht mehr als Grundhaltung, sondern als Luxus betrachtet wird.
Gerade deshalb erwarte ich mir von Entscheidungsträgern ein achtsames, wertschätzendes Vorangehen, weil wir wissen: Der Mensch lernt am stärksten durch Nachahmung. Wenn wir Veränderung wollen, müssen diejenigen, die Verantwortung tragen, vorangehen —in der Politik, in den verschiedenen Religionen, in der Schule, im ganzen Bildungssystem mit seinen Lehrplänen (warum nicht Unterrichtsgegenstand GLÜCK?), ganz besonders in der übergroßen Medienlandschaft, im medizinischen Bereich, und nicht zuletzt bei uns selbst in der Rolle als Eltern, Großeltern, …
Es ist an der Zeit, die Chance zu ergreifen: die Chance auf eine neue Sprache, ein neues Denken, ein neues Handeln.
Eine Kultur der Achtsamkeit beginnt immer beim Vorbild,
und das können und sollen auch wir sein.“
6. Persönliche Note
Und falls Sie sich jetzt denken: „Wow, in seinem Kopf ist ja ordentlich Betrieb“ – ja, stimmt. Ich war immer neugierig.
Deshalb male ich. Das ist meine Art, Staus aufzulösen.
Andere machen Yoga, laufen Marathons, spielen Instrumente, meditieren, …
Ich mache Pinselstriche. Und mein kleiner Zeh sagt dann: danke.
7. Einladung zum Austausch
Und jetzt freue ich mich auf Ihre Gedanken.
Und wenn Sie möchten, sprechen Sie mich bitte gerne an.
Vielleicht kommen wir ins Gespräch, vielleicht entsteht ein Austausch,
vielleicht bleibt es bei einem stillen Eindruck.
Beides ist richtig. Beides ist für mich in Ordnung.
Und beides ist –ganz im Sinne des Abends – achtsam.
8. Abschluss
Ich freue mich, dass Sie mir zugehört haben.
Vielen Dank.
Viele Kunstinteressierte haben den Weg zur Vernissage ins Schloss Lamberg gefunden.
Ich darf mich noch einmal ganz herzlich bei euch allen für euer Kommen bedanken.
Außerdem spürte ich eine große Wertschätzung, meine Bilder und meine Gedanken betreffend - das freut mich ganz besonders.
Willkommen in meiner Welt der Kunst,
in der Emotionen lebendig werden, Farben und Formen Geschichten erzählen. Als Künstler verbinde ich Malerei mit emotionaler Intelligenz, um Werke zu schaffen, die
berühren. In meinen Bildern begegnen sich Liebe, Frieden, Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit – ausgedrückt in starken, dynamischen Formen und lebendigen, kraftvollen Farben.
Jedes meiner Kunstwerke soll ein Dialog, eine Einladung sein, das Leben in all seinen Nuancen wahrzunehmen.
Ich lade dich herzlich ein, diese Reise der Inspiration und Ausdruckskraft mit mir gemeinsam zu erleben – für eine Welt, die bunter, freier und gerechter ist - wird!
PLAKAT - STADTMUSEUM STEYR
