DER MALER MICHAEL UNTERLUGGAUER

Neue Heimat im Mühlviertel

 

Meine Gattin Elfi und ich haben die Zeit in unserem schönen Heim in Osttirol (Dezember 2000 bis Juli 2014), geprägt von freundschaftlicher und hilfreicher Nachbarschaft, intensiv genossen.

 

Nicht ursächlich geplant hat sich eine Veränderung unseres Lebensmittelpunktes abgezeichnet: Im Zuge einer „Familienzusammenführung“ haben wir uns entschlossen ein behagliches Objekt in Oberösterreich, Nähe Linz, anzukaufen. Wir haben uns mittlerweile häuslich eingerichtet und sind eifrig dabei die neue Heimat zu erkunden. In der Zwischenzeit haben wir uns bereits gut eingefunden und fühlen uns wohl in der neuen Heimat.

  


Mag. phil. Eleonora Bliem-Scolari -  Michael Unterluggauer: Die Intuition als treibende Kraft für seine Malerei

Es war kein seit frühester Kindheit ursächlich intentionsbedingtes Kunstwollen dafür ausschlaggebend, dass der 1953 in Lienz in Osttirol in eine Großfamilie geborene Kunstschaffende Michael Unterluggauer die Entscheidung fasste, der Malerei einen immanent wichtigen Anteil in seinem Leben zuzugestehen. Vielmehr entstand dieses Bedürfnis, sich heute mit voller spannungsgeladener Leidenschaft dem Malen hinzugeben, aus einer durch kontroversielle Erfahrungswerte gewachsenen Intuition heraus.

Noch während der vorrangigen Ausbildung zum Hauptschullehrer an der Pädagogischen Akademie in Innsbruck fanden die ersten produktiv umgesetzten Kontakte in dem Genre statt, die mit der bestätigenden Unterstützung seines damaligen Kunstprofessors Adolf Luchner rückblickend für die eigentliche Weiterentwicklung Unterluggauers zum Maler von Bedeutung sind. Kleinformatig angelegte Aquarelle und Arbeiten in Öl, in denen toskanische Landschaften, Stillleben und Personenstaffagen in subtil gewählter Gegenständlichkeit vorherrschen und bereits im Ansatz eine Abstrahierung erkennen lassen, gelten als bevorzugte Stilcharakteristika in Michael Unterluggauers ersten Jahrzehnten als Maler. Interessanter Weise fand erst Mitte der 1990er-Jahre durch den impulsgeladenen Kontakt mit dem extrovertierten Künstler Peter Mairinger jener Wechsel im Darstellungsprinzip statt, den wir insbesondere in den aktuellen Arbeiten in variablen Mustern wiederfinden können und die in Folge in der Öffentlichkeit kontinuierlich präsentiert werden. Das in der Grundtendenz expressiv gegenstandslose Bildsujet erfährt zum Teil mit organischen Strukturen, morphologischen Sequenzen und mit menschlichen Gestalten als tendenzielle Emotionsträger eine Wiederbelebung mit zuordenbaren Motiven. In diesem Sinn setzt der Kunstschaffende in seinen Arbeiten bevorzugt Mischtechniken ein, in denen neben Acrylfarben auch Öl und Aquarell als Grundkomponenten mit grafischen Akzenten kombiniert, bzw. mit unterschiedlichen Materialien als Collage angelegt werden. Auch eine ausgeprägt manipulierende Behandlung der Bildoberfläche während des Malprozesses, dem meistens eine Serie von Studien und Skizzen vorangehen, resultiert in Michael Unterluggauers Absicht, in seine Bilder impulsive Momentaufnahmen seiner Persönlichkeit mit einfließen zu lassen. Eine Reihe von Auftragsarbeiten, wie das Fassadengemälde für die Hauptschule in Nußdorf-Debant (2001) und die keramische Gestaltung einer privaten Brunnenanlage (2005) begleiten mit einer Anzahl von Präsentationen in Nord-, Ost- und Südtirol, in Salzburg, in Florenz und in Deutschland und geplanten Projekten in Wien, Frankfurt und Liechtenstein Michael Unterluggauers Weg als selbstbewusst motivierten Maler von intuitionsabhängigen Sequenzen.

 

  Mag. phil. Eleonora Bliem-Scolari (Kunsthistorikerin)

 

 

Geboren, um Spuren zu hinterlassen

 

Wenn ein Mensch sich in seine innerste Tiefe begibt, in eine Sphäre, die nur selten ans Tageslicht tritt, in einen Raum, der geheimnisvoll und verborgen darauf wartet, entdeckt, wach gekitzelt, auch quälend aufgerichtet zu werden, dann wird Kunst geboren.

 

Emotionsgeladen, schmerzend, sanft oder in extatischem Glücksgefühl können Werke entstehen, die eine neue Sprache sprechen. Diese grenzenlose Sprache ist es, die der Künstler Michael Unterluggauer in einer gewaltigen Perfektionalität spricht.

 

Die Entstehung seiner Werke gleicht der Geburt von Gedanken, Ideen, Emotionen. Schlicht und sprachlos werden von ihm Erfahrungen und Träume eindrucksvoll in Farben gekleidet. Beim Sehen des lebendig Gewordenen wird der Betrachter Zeuge vom Ausdruck der rücksichtlos offen gelegten Tiefe des Künstlers. Mut, De-mut, kindliche Echtheit und unergründliche Fantasie ermöglichen eine beinahe aggressive Aufforderung zur Teilnahme am Erlebnis, diese Tiefe zu spüren.

 

Unbarmherzig wird Zeit eingefordert, denn mit einem flüchtigen Blick, wohlwollenden Nicken und anerkennender Bewunderung gibt sich dieser Mann nicht zufrieden. Er will mehr, er will ein Rendezvouz, und sollte sich dieses auch über die Ewigkeit erstrecken. Er will Kampf, Liebe, ein Beben, das alles erschüttert. Nur dann kommt seine Botschaft an.

 

Die eingehende Betrachtung eines Werkes von Michael Unterluggauer lässt sich vergleichen mit einer Umarmung, die neugierig macht, aus der man sich nicht mehr lösen will, die man nie mehr vergisst und während  der man sich bereits nach mehr sehnt – nach dem allumfassenden Wissen und der reinsten Fähigkeit, leben zu lernen.

 

Nicht nur der Künstler selbst, sondern jede einzelne seiner Ausdrucksexplosionen sind tatsächlich geboren worden, um Spuren zu hinterlassen. Ein Geschenk an die Welt.

  

 

Maria Glinzner