Mag. phil. Eleonora Bliem-Scolari (Kunsthistorikerin)

 

Michael Unterluggauer: Die Intuition als treibende Kraft für seine Malerei

 

Es war kein seit frühester Kindheit ursächlich intentionsbedingtes Kunstwollen dafür ausschlaggebend, dass der 1953 in Lienz in Osttirol in eine Großfamilie geborene Kunstschaffende Michael Unterluggauer die Entscheidung fasste, der Malerei einen immanent wichtigen Anteil in seinem Leben zuzugestehen. Vielmehr entstand dieses Bedürfnis, sich heute mit voller spannungsgeladener Leidenschaft dem Malen hinzugeben, aus einer durch kontroversielle Erfahrungswerte gewachsenen Intuition heraus.

Noch während der vorrangigen Ausbildung zum Hauptschullehrer an der Pädagogischen Akademie in Innsbruck fanden die ersten produktiv umgesetzten Kontakte in dem Genre statt, die mit der bestätigenden Unterstützung seines damaligen Kunstprofessors Adolf Luchner rückblickend für die eigentliche Weiterentwicklung Unterluggauers zum Maler von Bedeutung sind. Kleinformatig angelegte Aquarelle und Arbeiten in Öl, in denen toskanische Landschaften, Stillleben und Personenstaffagen in subtil gewählter Gegenständlichkeit vorherrschen und bereits im Ansatz eine Abstrahierung erkennen lassen, gelten als bevorzugte Stilcharakteristika in Michael Unterluggauers ersten Jahrzehnten als Maler. Interessanter Weise fand erst Mitte der 1990er-Jahre durch den impulsgeladenen Kontakt mit dem extrovertierten Künstler Peter Mairinger jener Wechsel im Darstellungsprinzip statt, den wir insbesondere in den aktuellen Arbeiten in variablen Mustern wiederfinden können und die in Folge in der Öffentlichkeit kontinuierlich präsentiert werden. Das in der Grundtendenz expressiv gegenstandslose Bildsujet erfährt zum Teil mit organischen Strukturen, morphologischen Sequenzen und mit menschlichen Gestalten als tendenzielle Emotionsträger eine Wiederbelebung mit zuordenbaren Motiven. In diesem Sinn setzt der Kunstschaffende in seinen Arbeiten bevorzugt Mischtechniken ein, in denen neben Acrylfarben auch Öl und Aquarell als Grundkomponenten mit grafischen Akzenten kombiniert, bzw. mit unterschiedlichen Materialien als Collage angelegt werden. Auch eine ausgeprägt manipulierende Behandlung der Bildoberfläche während des Malprozesses, dem meistens eine Serie von Studien und Skizzen vorangehen, resultiert in Michael Unterluggauers Absicht, in seine Bilder impulsive Momentaufnahmen seiner Persönlichkeit mit einfließen zu lassen. Eine Reihe von Auftragsarbeiten, wie das Fassadengemälde für die Hauptschule in Nußdorf-Debant (2001) und die keramische Gestaltung einer privaten Brunnenanlage (2005) begleiten mit einer Anzahl von Präsentationen in Nord-, Ost- und Südtirol, in Salzburg, in Florenz und in Deutschland und geplanten Projekten in Wien, Frankfurt und Liechtenstein Michael Unterluggauers Weg als selbstbewusst motivierten Maler von intuitionsabhängigen Sequenzen. 

 

Künstlerbeschreibung

Eleonora Bliem-Scolari
MICHAEL UNTERLUGGAUER
Künstlerbeschreibung.doc
Microsoft Word Dokument [37.5 KB]
Download

Ganz privat - Martina Holzer

In vielen Bereichen „zuhause“

 

Seit rund zwei Jahren leitet Michael Unterluggauer die Volksschule Debant. Da hat der 56jährige Lienzer natürlich alle Hände voll zu tun. Schließlich arbeitet er ständig an der Qualität seiner Schule. „Sie ist mir sehr wichtig“, beteuert er. Seine Malerei lässt er trotzdem nicht sein. Immerhin ist sie eine „alte“ Leidenschaft, die ihm viel Wert ist. Seit knapp 35 Jahren schwingt er den Pinsel und nützt die Schulferien immer, um unter Hochdruck zu malen. „Tag und Nacht“, schmunzelt Unterluggauer, meint es aber ernst. Während der Schulzeit malt er abends. „Das geht gut, weil ich Fernsehen nicht mag. Ich schlafe dabei immer ein.“ Einen schönen, neuen Fernseher hat er dennoch zuhause. Doch wohl mehr für Gattin Elfi. „So ist es“, lacht er.

 

Auch in Dubai

 

In den letzten 15 Jahren gab es mindestens ein bis zwei Ausstellungen jährlich von ihm. In Österreich, Italien und in der Schweiz. Sogar in den Vereinigten Arabischen Emiraten konnte man sein Geschaffenes bereits sehen. Die nächste Ausstellung gibt es in der bekannten Galerie Angerer bei Schwaz (ab 24. April bis 20. Mai). „Urbilder intuitiver Seelenzustände“ nennt sich die Schau. „In den Bildern sieht man, wie ich lebe und was ich mit mir herumtrage“, erklärt der Schuldirektor, der schon oftmals Angebote aus Deutschland oder Wien bekam, um als Dozent in der Erwachsenenbildung zu arbeiten. Doch bis heute nahm er keines der Offerte an. „Ich müsste dafür die Schule aufgeben. Sie aber ist mir wichtiger“, versichert er. Seit 1974 ist er Lehrer.  

 

Fußballtennis

 

Man sieht Unterluggauer in seiner Freizeit aber nicht nur vor seiner Staffelei, sondern auch mit einer Gruppe von Osttiroler Männern in einer Turnhalle Fußballtennis spielen. Was das ist? „Statt mit Schläger und Tennisball spielt man Tennis mit den Füßen und einem Softball. Allerdings braucht man dafür viel Technik und Gefühl“, lacht er. Unterluggauer hat beides. Schließlich jagte er früher auf den Fußballplätzen oft dem runden Leder hinterher. Derzeit hat er allerdings kaum Zeit dafür. Ebenso wenig fürs Schifahren, Tennis, Laufen, Radfahren oder um Schitouren zu unternehmen.

 

Neues Glück

 

Unterluggauer entdeckte unlängst ein unterschätztes Glück. „Großvater zu sein!“, freut er sich. Innerhalb eines halben Jahres wurde er drei Mal Opa. Von den Zwillingsmädels Theresa und Sophia (1,5 Jahre) und dem zweijährigen Maximilian. „Ich habe mich so richtig in die Drei verliebt“, schwärmt er und ist besonders glücklich, wenn seine „Enkelen“ endlich wieder nach Osttirol auf Besuch kommen. Sie wohnen ja in Linz bzw. Vorarlberg. Dorthin sind seine eigenen beiden Töchter Verena (27) und Birgit (31) „ausgewandert“. Beide sind Lehrerinnen.

 

„Ich liebe das Meer“

 

Wenn ihn mal niemand besucht und es schulfreie Tage gibt, dann findet man Unterluggauer auch oft im Süden, am Meer. „Dort fühle ich mich besonders wohl. Ich mag vor allem die Offenheit und Gelassenheit der Leute, natürlich auch die Landschaft.“ Es gibt aber keine bestimmten mediterranen Orte, wo es ihn regelmäßig hinziehen würde. „Ich wechsle gerne“, erzählt er augenzwinkernd, der auch für sein Leben gerne liest. Sach- und Fachbücher aller Art sowie spannende Romane meist mit historischem Hintergrund. Gerade in „Arbeit“? „Die Löwen von Ken Follett!“

Meine Freude und Energie bei der Arbeit möchte ich auch im fertigen Gemälde spüren.
Christian und Dietmar Hosp

Willkommen auf meinen Informationsseiten!